Sankt Sebastian Gedenkmesse 2020

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Sankt-Sebastian-Gedenkmesse in Schambek Weitergabe der alten Tradition an die jüngere Generation Die Fahrt von Wudigess nach Schambek mit dem Auto war am Morgen des 19. Januar ziemlich romantisch: Die grauweiße Winterlandschaft war märchenhaft, die großen, mit Reif bedeckten Bäume bogen sich entlang der Landstraße einen Tunnel bildend zusammen.

An diesem Gelöbnistag der Schambeker gedachten die Gläubigen in der katholischen Kirche – wie fast seit 300 Jahren mit kurzer Unterbrechung – der Todesopfer der Pestepidemie im Jahre 1739 und derjenigen, die am Leben blieben und zum Wiederbeginn Kraft schöpfen mussten. Die Tradition, dass der Budakesser Frauenchor neben dem Schambeker in dieser Gedenkmesse mitwirkt, stammt aus der Zeit, als die Budakesser Chorleiterin Theresia Starcz-Nagy auch den Schambeker Chor dirigierte.

Besonders an dieser deutschsprachigen Messe – zelebriert von Pfarrer Márton Dénes Holnapy – war die große Zahl der Schulkinder aus der Zichy-MiklósDeutschen-Nationalitätenschule, die dank der Deutschlehrerin Etelka UhrinyiHajdú an der Messe sehr aktiv teilnahmen. Sie lasen nicht nur die Lebensgeschichte von Sankt Sebastian, des Schutzheiligen gegen die Pest, und die Fürbitten vor, sondern auch die uralten Gebete vor dem Sankt-Sebastian-Altar, die erhalten geblieben sind. Sie sind die Zukunft; es hängt von uns ab, ob die jüngere Generation die Bedeutung dieser Katastrophe versteht und ob sie das Gelübde weiterträgt. In seiner Predigt sprach Pfarrer Márton Holnapy darüber, was die Pestepidemie damals für die Bevölkerung von Schambek bedeutete; es gab Familien, wo die Zahl der Toten über fünf war. Die Pestseuche hatte 828 Opfer in Schambek, das war damals fast die Hälfte der Bevölkerung. Die Pesttoten wurden in einem Massengrab beigesetzt. Die beinahe 300 Jahre alte Sterbematrikel, die zum Glück in gutem Zustand erhalten geblieben ist, wird jedes Jahr vor dem Altar ausgestellt. In das Buch wurde manchmal nur die Zahl der Opfer bei einem Haus ohne Namen eingetragen. Eine Überraschung war diesmal für die Gläubigen, dass die Einleitung des Kirchenbuches, die lateinische Handschrift übersetzt und vorgelesen wurde.

Pfarrer Márton Holnapy gedachte auch der zwei Ofner Franziskanermönche, die zur Zeit der Pestepidemie nach Schambek kamen, um der Bevölkerung bei der Beerdigung der Toten behilflich zu sein. Der Pfarrer floh nämlich vor der Pestseuche. Der große Schicksalsschlag hatte das ganze Ofner Bergland getroffen; mit dem gemeinsamen Singen gedenken die Nachfahren zusammen der Ahnen, der Opfer und derjenigen, die das Gelübde getan haben, am Tag des Schutzheiligen für die Rettung Dank zu sagen. Die Kraft und den Gottesglauben unserer Vorfahren muss sich der heutige Mensch in schweren Situationen vor Augen halten – das war die Botschaft der Erinnerung. In der Messe erklangen die bekannten Lieder, wie „Herr, wir fallen“, „Maria breit deinen Mantel“ „O Herz Jesu“, „Oh, du heiliger Sebastian“, „Jetzt gehe i voll Frieden (Waldermesse)“. Ein besonderer Dank gebührt der Schuldirektorin der Zichy-Miklós-Grundschule Maria Kovács und der Deutschlehrerin Etelka Uhrinyi-Hajdú sowie der Deutschen Selbstverwaltung Schambek für die schöne Gedenkmesse, die zur Weitergabe der alten Tradition an die jüngere Generation beitrug.

Maria Herein Kôrös (Neue Zeitung)

 Photos: https://drive.google.com/drive/u/0/folders/1NE42_RJVUExDkR9wdYrOihoEoIcwSFwW

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